Interview
mit Teamkiller am 01.02. 2005
Mittwoch Abend,
Ludwigsburg. Ich habe mich mit Peter und Felix von Teamkiller
für´ s Interview verabredet, doch erst mal gab es
leckere vegane Bolognese von Peter gekocht. Im Anschluss haben wir dann
dieses Interview aufgenommen und ich möchte mich an dieser Stelle
auch noch mal bei den beiden für das interessante Gespräch
bedanken!
Here
we go:
Bei
mir sind Felix und Peter. „Time has left its scars- some scars, some
hope.” Erschien als MCD bei DEAD SERIOUS, als 7” bei CARTHAGO. Wie kam
es zur Zusammenarbeit mit Ben & Jessi und David? Wer will anfangen?
Felix?
Der Kontakt zu Ben, der DEAD
SERIOUS macht, kam dadurch zustande, dass wir zusammen mit seiner Band
BLEED INTO ONE Shows gespielt haben und er sich seit unserem Demo auch
sehr für uns interessiert hat, uns einfach gut fand. Er hatte auch
schon bei unserem Demo Guestvocals gemacht, und hat uns eben weiter
verfolgt. Sein Interesse war dann so groß, dass wir dann eine
Split 7“ zusammen gemacht haben mit BLEED INTO ONE auf DEAD SERIOUS
RECORDS. Es ging dann eben so weiter mit seinem Interesse an uns, bis
er irgendwann mal gesagt hat, er möchte uns jetzt einfach richtig
für sein Label holen und unser Release machen. So kam es dann zur
MCD.
Peter,
wie kam es zur Zusammenarbeit mit David CARTHAGO?
Wir wollten natürlich
die MCD „Some scars, some hope“ auch unbedingt auf Vinyl
releasen, da uns Vinyl eben verdammt viel bedeutet. Vinyl ist sowieso
eine viel persönlichere Sache, dadurch dass es limitiertere,
kleinere Auflagen gibt, oder handnummerierte z.B. oder farbiges Vinyl,
„coloured wax“. Das ist einfach was persönlicheres, und hat
unserer Meinung nach viel mit Roots zu tun. Vinyl ist auch eher so ein
Hardcore/Punk Ding, mehr Underground sag ich mal. Im HipHop ist Vinyl
auch noch da, aber ansonsten im ganzen Musikbizz ist ja alles komplett
von Schallplatte weggegangen. Es war uns einfach wichtig auf Vinyl zu
releasen. Dann haben wir dem Ben also auch unser Anliegen …also es war
uns eben ein Anliegen, so dass wir gemeint haben: „Ben, was geht ab?
Können wir mit einem anderen Label vielleicht zusammenarbeiten,
das uns auf Vinyl rausbringt?“ Dann hat er uns eben ein paar
Vorschläge gemacht, u.a. auch CARTHAGO MUSIC COMPANY, dass David
eben schmeißt mit ein oder zwei Kollegen….ich bin mir da nicht
ganz sicher. Dann haben wir uns über das Label informiert, ich hab
dann auch zufälligerweise die Möglichkeit gehabt David
persönlich kennen zu lernen. Wir haben in Arnheim eine Show
gespielt, das war auf der Minitour mit THROWDOWN und ZERO MENTALITY aus
dem Ruhrpott. Und da konnte ich gemeinsam mit David abhängen und
ihn kennen lernen. Das war der Anfang und der Grundstein war dann
gesetzt. Später in Holland, auf der JUSTICE Release Show, hab ich
ihn dann näher kennen gelernt, und wir sind noch mehr abgehangen,
noch downer geworden und als er dann das Festival in Ibbenbühren
gemacht hat, das CARTHAGO MUSIC COMPANY FEST... klar, da haben wir dann
im Prinzip, nachdem er auch mit Ben von DEAD SERIOUS schon in Kontakt
getreten ist, besprochen wie die es am besten von Label zu Label
koordinieren. An diesem Tag haben wir dann noch Nägel mit
Köpfen gemacht, da er sehr großes Interesse und super Lust
drauf hatte die TEAMKILLER 7“ zu machen!
Im
Dezember 2004 seid ihr dann auf Minitour gewesen. Ich glaube, es gab
vier Release Shows. Angefangen über Weimar, Stuttgart in die
Schweiz nach Zug, und dann noch München ins Sunny Red. Ich hab
gelesen, dass die Tour großartig verlief, sich die Platte gut
verkauft, bei CARTHAGO gibt´ s sogar ne Limited Special Edition.
Erzählt mir doch mal von der Tour: wie war´ s für Euch?
Gab es ein lustiges Erlebnis, irgendwas super peinliches? Was war
Krampf?
Im Prinzip war jede Show
für sich super und es ist einfach immer wieder cool, egal wo, wenn
man irgendwie gemeinsam unterwegs ist. Für uns bedeutet das
einfach am meisten, gemeinsam nicht nur im Proberaum zu sein, nicht nur
gemeinsam an neuen Songs arbeiten, sondern zusammen „on the road“ zu
sein und natürlich uns als Band zu präsentieren und
Ärsche zu treten und mal einfach, ja...im Prinzip auch bei manchen
Leuten, zu sagen : „Yo, so sieht´ s aus Alters!“ Einfach ein paar
Leuten die Augen zu öffnen. Deshalb spielen wir verdammt gerne
live. Es ist uns egal, ob das auf den Release Shows ist , oder auf
einzelnen Shows. Wir sind einfach gerne on stage und das ist uns
verdammt wichtig. Wir drücken uns damit aus.
In Bezug auf die Release Shows -
die sind sehr gut gelaufen! Im Osten z.B. war unseres Erachtens sogar
die Beste: die Leute sind total crazy abgegangen, nach zwei Zugaben
hatten sie noch immer nicht genug. Es war ein total super Abend, an dem
wir die Platte sehr gut verkauft haben, wie auch an den anderen
Abenden. Wobei leider die Sonntag- und Montag-Show nur „ok“ besucht
war, aber die Leute die da waren haben richtig viel aus der Show
gemacht und konnten für sich viel mit nach Hause nehmen. Es war
Hammer. Jeder fand` s gut, wir auch, und haben trotzdem super viel
verkauft...CDs...wenn das jetzt speziell erwähnenswert ist.
Es war auch gut, dass diese vier
Shows an Orten waren wo wir viele Leute schon seit sehr langer Zeit
kennen.. war sehr cool sich wieder zu sehen! Aber dann auch
mitzubekommen, dass viele Leute gekommen sind nur um uns live zu sehen
und unsere MCD abzuchecken!
Ja
cool. Ich glaube bei Dir Peter,
gab es noch ein besonders unerfreuliches Erlebnis auf Tour....
Ach ja, halb so wild! Jetzt ist
alles wieder gut. Die haben mir mein Hipbag geklaut, wo meine
persönlichen Unterlagen wie Personalausweis, Bankkarte, Bahncard,
Führerschein, Geld und so was ...also mein ganzer Geldbeutel. War
sehr ärgerlich, aber ich hab jetzt wieder alles am Start! Das
einzige Problem war, dass wir am Sonntag die Schweiz Release-Show
hatten und ich natürlich nichts in der Hand hatte, um in die
Schweiz einzureisen, weder Personalsausweis, noch Führerschein,
noch Reisepass und wir dann eben kucken mussten, dass ich irgendwie in
die Schweiz komme, ohne quasi ein gültiges Dokument.
Wie
wir sehen, hat das geklappt. Du
bist ja noch hier.
Unter
dem Namen THROATCUT habt ihr
angefangen Shows zu spielen, mit Dir Peter am Gesang. Es hat mir jemand
gesagt, dass eure erste Show super „aggro“ war, die Leute gingen voll
ab. Ich glaube, ich habe sogar was gesehen von der Show auf einem Video
von MATZE OUR WORLD. Ich glaube, das war von der ersten Show.
Könnt` ihr euch noch daran erinnern? Wie war das für Euch?
Und wie kam das, dass Du am Gesang warst Peter?
Ja, zu THROATCUT kam`s so, dass
Fabi und ich, neben unseren eigentlichen Bands SIDEKICK und ABSIDIA,
noch was anderes machen wollten, einfach ja... ein Nebenprojekt starten
wollten. Am Anfang haben wir das relativ easy und locker gesehen, dann
haben wir nach und nach Songs geschrieben und Felix kam dazu, dann
Chris. Anfänglich haben wir dann drei, vier Shows unter dem Namen
gespielt, unter anderem auch die Show, auf die Du anspielst!
Wo
war denn das?
Das war in Plochingen, in der
Nähe von Stuttgart. Meiner Meinung nach war die nicht „super
aggro“. Da ging viel, die Leute sind teilweise hart abgegangen und
für uns war das einfach ne gute Show. Ein paar Leute haben sich
darüber aufgeregt, manche fanden`s gut – manche halt nicht. Punkt.
Mir
ist eben aufgefallen, dass in
Stuttgart insgesamt die Leute doch wenig abgehen auf Shows, bzw. dass
das sehr bandspezifisch ist, was das Abgehen betrifft. Eigentlich
müsste das ja positiv für Euch sprechen?
Yo, wie man sieht haben wir`s am
Sonntag auch wieder geschafft, dass die Leute moshen. Also egal! Wenn
die Band gut ist so, dann geht was!
Möchtest
Du auch noch was dazu
sagen Felix?
Nö.
(Alle fangen zu lachen an, weil
Felix das supertrocken gesagt hat)
Wie
kam es dann dazu, dass Micha in
die Band kam und Peter dann nicht mehr gesungen hat?
Also um das zu erklären, wie
Micha unserer Sänger wurde, muss ich noch ein wenig auf die
vorherige Frage verweisen. Es war einfach so, dass es damals mit
THROATCUT ein wenig lockerer war, es gab kein festes Line up. Als
wir in der Zeit vor dem Demo neue Songs geschrieben haben, hat eben
auch Peter, der bei THROATCUT gesungen hat, am Bass und an der Gitarre
viele Songs geschrieben - er ist ja eigentlich Bassist und hat ja lange
bei ABSIDIA gespielt. Das hat sich einfach so ergeben, dass wir dann
überlegt haben: „wie machen wir es Line up mäßig?“ Wir
haben einfach gesagt: „Yo, weil Peter ja eigentlich Bassist ist,
und sowieso alle Songs spielen kann... spielt er einfach Bass und wir
schauen uns nach einem neuen, „richtigen“, Sänger um, und dann
haben wir unsere Augen aufgemacht und gekuckt was so da so los ist, wen
wir kennen und so weiter... und dann kamen wir eben auf Micha!
Warum
der Name Teamkiller? Wer von
Euch hat den Namen ins Spiel gebracht?
Chris, unserer anderer Gitarrist,
hat den Namen ins Spiel gebracht und wir fanden den Namen richtig cool.
Der
Name klingt ziemlich
mächtig. Das ist kein so „Heulsusenname“, sondern geht in die
Richtung: “ Hier kommt die Macht!“, Diese Wirkung hat der Name auf mich.
Das ist richtig!
Richtig,
ja?
Richtig. Zum einen wollten wir
einen Namen der gut klingt, das ist ja klar, aber wir wollten auch auf
jeden Fall einen Namen, der eine Bedeutung hat. Das ist ironisch
bezüglich auf Backstabbing und Gedisse.
Also
Gedisse dann in der
Hardcoreszene?
Ja, auch.
Oder
Gedisse allgemein, unter
Szenen...?
Ein Teamkiller ist einfach jemand
der dich selbst abfuckt, der deinen Freund abfuckt und einen
hinterrücks einfach hängen lässt, was weiß ich,
über jemand Blödsinn erzählt, über den negativ
redet – egal in welcher Szene, in welchem Umfeld, Freundeskreis,
whatever...und das beziehen wir, wie gesagt, ironisch auf das ganze
Backstabbing und Gedisse, dass eben auch in der Hardcoreszene teilweise
leider sehr präsent ist...
Ich
habe bis jetzt noch nicht
gewusst welche Bedeutung der Begriff TEAMKILLER hat, aber ich finde es
ziemlich cool, dass ihr den Namen ausgewählt habt. Eigentlich
neigen doch eine Menge Hardcorebands dazu den „Unity - Gedanken“ zu
betonen, weißt Du, eben die Sache nicht von so ner
ironischen Seite zu sehen....
Wir sind keine „Unity- Posi-
Whatever - Positive Youth Crew - keine Ahnung- Band“. Wir sagen halt
das, was uns gerade in den Sinn kommt, egal ob das hart klingt oder
angepisst ist oder mal jemanden anpisst oder so. Wir haben kein Problem
damit, alles offen darzulegen und die Karten auf den Tisch zu legen und
zu sagen: „Hey so sieht`s aus“! Was uns halt nicht passt und was uns
abfuckt wird im Prinzip verwertet und als Aussage benutzt.
Nervt
es Euch eigentlich, dass ihr
immer wieder als eine Fusion von ABSIDIA und SIDEKICK bezeichnet
werdet? Was bedeuten Euch diese beiden Bands?
Es nervt uns natürlich nicht,
weil für mich persönlich, und ich glaube ich spreche im Namen
von uns allen, SIDEKICK eine der Bands war, die uns mit am meisten
bedeutet hat, egal ob jetzt musikalisch oder über die Musik
hinaus...SIDEKICK haben einfach Hardcore verkörpert...das war
einfach unglaublich und ich bin gespannt ob es noch mal einer Band
gelingen wird den gleichen Spirit rüberzubringen!
Darf
ich da kurz näher drauf
eingehen...was verkörpern für Dich SIDEKICK? Welchen Spirit
sprichst Du an?
SIDEKICK ist für mich
angepisst, SIDEKICK ist für mich Gemeinschaft, SIDEKICK ist
für mich Freundschaft, SIDEKICK ist für mich Antifascist,
SIDEKICK ist für mich saufen (lacht),
SIDEKICK ist...
Obwohl
Du ja Straight Edge bist?
Yo, ich rede ja gerade davon was
SIDEKICK für mich ist und nicht was ich bin – ich bin Straight
Edge! ...SIDEKICK ist für mich Laus sein, aber dennoch alles zu
reißen und alles auf die Reihe kriegen!
Ist
es auch etwas , was Dich
positiv in Deinem Leben beeinflusst hat? Dass Du sagst, das hat mich
gepusht in meinem Leben, für meine Träume zu leben?
Also sagen wir mal so, SIDEKICK war
mit ein Grund warum ich mich hier sehr wohl fühle in der
Stuttgarter Szene. Die Jungs haben mich sehr, sehr gut und
freundschaftlich aufgenommen, als ich hierher gezogen bin oder als ich
allgemein hierher gekommen bin und ohne das Gefühl, dass sie mir
gegeben haben, das freundschaftliche Gefühl, wäre das jetzt
sicher nicht so cool wie das jetzt einfach ist.
Und
wie war ´s bei Dir Felix?
Du hast ja selbst mal ne Zeitlang bei SIDEKICK gespielt eben?
Dass ich selbst ausgeholfen habe,
war jetzt eher gegen Ende. Wenn ich so auf den Anfang
zurückblicke... für mich war so die erste Hardcoreerfahrung
auch SIDEKICK, als ich angefangen hab mich dafür zu interessieren.
Ich bin jetzt der jüngste in der Band, ich bin jetzt 21- da war
eben SIDEKICK so die erste Band, die ich überhaupt öfters
live gesehen habe und dann auch die erste Band, die dann nicht einfach
irgend ne Amiband war, sondern zu der ich dann auch direkt einen Bezug
hatte. Und dann eben die , die ich dann auch kennen gelernt habe. Wenn
wir jetzt gerade über meine Band reden, fällt mir auf, dass
ich z.B. früher bei Jogges bei der Arbeit war und ihn gefragt
habe, ob er nicht jemanden kennt, der Musik machen will, weil ich auch
unbedingt in `ner Band spielen wollte und so weiter... und ja,
was mir SIDEKICK bedeutet kann ich jetzt nicht in Worte fassen, aber
für mich ist es eigentlich die wichtigste Band überhaupt.
Hier
in Deutschland oder einfach so
für Dich?
F: Nee, ich meine einfach
allgemein.
Für mich ist es die erste Band, die ich wirklich kennen gelernt
habe und die es dann auch jetzt so lang gegeben hat. Es war für
mich einfach immer irgendwie die Band die mir was gegeben hat, also
musikalisch, persönlich, vom Spirit her... auch im Vergleich mit
irgendwelchen anderen „großen“ Bands, Amibands, oder
scheißegal....ist es für mich einfach die wichtigste Band.
Mit ABSIDIA verhält es sich bei mir ähnlich. Es ist auch ne
Band, die ich schon in meiner „frühen Phase“ gesehen habe, und zu
denen hatte ich dann Anfangs noch nicht so den persönlichen
Kontakt, weil sie jetzt auch nicht alle direkt aus Stuttgart kamen.
Aber ich habe sie eben auch oft gesehen und sie haben mich auch
angesprochen. Deren Style war für mich relativ fremd. Es kommt mir
so vor als ob es noch nicht so viel metallische Bands im Hardcore gab
damals, und später zu der Zeit habe ich dann Peter kennen gelernt,
damit wurde es für mich auf jeden Fall noch intensiver, noch
persönlicher.
P: Dadurch dass ich bei ABSIDIA
gespielt habe, hatte mir das eben die Möglichkeit bereitet, die
Leute und Szene hier kennen zu lernen. Auch dass ich dann hierher
gezogen bin hat viel damit zu tun, sonst wäre ich vielleicht gar
nicht Richtung Stuttgart gegangen oder hätte wie gesagt eben gar
nicht die Möglichkeit dazu gehabt - wenn nicht durch ABSIDIA! Ohne
die Jungs in der Band, mit denen ich super ausgekommen bin, mit denen
es ne super Zeit war und durch die ich meine ganzen anderen Freunde
rund um Stuttgart kennen gelernt habe, wäre ich wahrscheinlich
nicht hier und dann würde es TEAMKILLER in der Form gar nicht
geben. ABSIDIA war für mich musikalisch die beste Metalcoreband
aus Deutschland, oder vielleicht sogar Europa - also meiner Meinung
nach, weil wir damals einfach, wie Felix schon sagte... da gab` s noch
nicht so viel von diesem „Metalcoreding“ und das alles...das war eben
nicht so „big“ und da war ABSIDIA im Prinzip, so plump es sich auch
anhört und obwohl es natürlich schon viele Metalbands , ich
meine richtige Metalbands schon lang gab... war das im Hardcorebereich
zu dem Zeitpunkt was Neues!
F: Ich denke, man kann zu beiden
Bands
sagen, dass sie einfach die Szene, v.a. in Süddeutschland, einfach
maßgeblich beeinflusst haben. Das sind auch beides Bands, denke
ich, die nicht so ... jetzt nur so Kids von bestimmten Szenen oder
Szenefraktionen ansprechen, sondern dass eben viele die Bands gut
finden. Das hat eben die Leute teilweise sogar ein wenig
zusammengeführt und dadurch die ganze Szene gestärkt!
Ja,
das kann ich auf jeden Fall
auch so unterstreichen.
P: Im Endeffekt ist es so, dass es
uns
nicht nervt das es irgendwie immer heißt „ihr kommt ja aus der
Ecke SIDEKICK, ABSIDIA“...“ihr kommt doch aus Stuttgart“ usw.. Die
beiden Bands sind unser Ursprung! Stuttgart unsere City! That’s it! Das
gibt uns jetzt den Vorteil, dass wir ....wie soll ich sagen ...dass wir
einfach...mir liegt das Wort auf der Zunge...dass wir einfach mehr
„open minded“ sind, dass wir einen breiten Horizont haben.
Ja,
stimmt. Wie seid ihr zwei denn
zu Hardcore gekommen? Wer möchte anfangen? Felix?
F: Ich kam hauptsächlich
über eine Person mit Hardcore in Kontakt und zwar ist das mein
Bruder... meine Eltern sind schon lange geschieden und der Sohn der
Freundin meines Vaters, ist eben ein Hardcorekid und ein paar Jahre
älter als ich und hat mir halt davon erzählt, ich hab Platten
von ihm gehört oder irgendwelche Poster an der Wand gesehen...
MADBALL, SICK OF IT ALL usw. und habe mir mit den ganzen Namen im Kopf
dann selbst Platten abgecheckt!
Kannst
Du Dich erinnern, was so
einige der ersten Platten waren, die Du bei ihm gehört hast?
F: Was fällt mir da ein...wie
gesagt MADBALL oder EARTH CRISIS z.B., oder - er wohnt in Berlin -
MURDERED ART. Ja das hat mich einfach dahin geführt... Ich hab mir
eben oft Platten von ihm angehört...selber kannte ich die ganzen
Namen der Bands ja auch aus Erzählungen, so dass ich dann in
Stuttgart immer mal gekuckt hab, „was gibt`s da für Platten,
erkenne ich da irgendwelche Namen wieder?“ Da hab ich am Anfang auch
Sachen gekauft, nur weil ich den Namen schon mal gehört habe, und
es einfach so mehr für mich selbst entdeckt, so dass ich dann auch
meinen Horizont erweitert habe. Dann durch Konzerte, auf die ich
früher ganz alleine hingegangen bin, hab ich so langsam ein paar
Leute kennen gelernt.
Wie
war´ s bei Dir Peter?
P: Ich fahre schon seit über
10
Jahren Skateboard und das war wahrscheinlich maßgebend
dafür, dass ich natürlich „alternative“ Musik gehört
habe: anfänglich ziemlich viel Rap und Hip Hop. Außer Rap
und
Hip Hop hab ich dann auch viele „Metal- Sachen“ gehört, oder eben
irgendwelche damals so genannte „Crossover- Sachen“ und irgendwann hab
ich zufällig eine UNIFORM CHOICE Platte in die Hände
bekommen... „Screaming For Change“...
Ich
glaube das ist Stuttgarts
Slogan: „Screaming for change!“
P: ...und die Band hat mich so
umgehauen! Das hat mich beeindruckt, das war einfach mein Ding! Da hab
ich natürlich auch versucht mehr Kontakt zu dem Ganzen zu
bekommen... irgendwie damals schon verschiede Livekonzerte besucht und
bin dann auch zufällig auf eine Local Show gegangen, da hat ne
Band gespielt namens STAGNATIONS END. Das war so ne Localband bei uns
aus der Gegend. Das war die erste HC Show die ich jemals gesehen habe.
Die hat mich so gestoked, dass ich mir von denen dann ne 7“ geholt habe
und im Prinzip war das dann der Anfang. Da hab ich gemerkt:das kickt
mich, das ist mein Ding, das gibt mir verdammt viel und wollte dann
immer mehr. Also ich wollte dann auch in die Richtung musikalisch was
machen...
Gab
es damals eine richtige Szene
in der Gegend, in der Du aufgewachsen bist oder war das so, dass Du
damals eher Einzelgänger warst?
P: Es war halt eine gute Skateszene
die wir hatten, wobei das dann eher so war, das sich das dann
abgekapselt hat in Leute, die Rap hören und andere Leute, die dann
eher Metal, Punkrock oder Hardcore hören. Es gab bei uns im Ort
neben an, in Günzburg , eine relativ kleine aber aktive
Hardcorezene, v.a. aber auch Punkrockszene, wo dann Konzerte
stattgefunden haben. Da sind wir oft hingegangen und haben dann die
Locals kennen gelernt. Die waren teilweise auch schon älter und
dadurch hat das ganze seinen Anfang genommen. Wir haben auch damals
schon begonnen eine Band zu starten, und hatten in diesem Jugendhaus
die Möglichkeit aufzutreten und sind so in die Szene reingekommen.
Und
wie kam´ s dann dazu ,
dass du nach Stuttgart gekommen bist? Hat es damals mit ABSIDIA
angefangen?
P: Durch ABSIDIA. Klar, man lernt
dann
immer mehr Leute kennen und man ist weiter auf Konzerte gefahren und
dann war ich war mal in Schorndorf und...
Hammerschlag?
P: Genau. Und früher im
Hammerschlag, ganz am Anfang, da hat mir dann ein Freund auf dem
Konzert den damaligen Gitaristen Markus von ABSIDIA vorgestellt und wir
haben gelabert. Sie haben ihn, das war der Chris von PAINT THE TOWN
RED, gefragt ob er zufällig jemanden kennt der Bass spielen
kann... ja, da gab´ s PAINT THE TOWN RED noch lange
nicht...(beide lachen)
Da
kommen die ganzen
Verwandtschaftsverhältnisse jetzt noch raus...
P: Nö, den Chris kenne ich
schon
ganz, ganz lange und Markus ABSIDIA hat Chris gefragt, ob er nicht
jemanden kennt der Bass spielt und Chris dann: „Hier, yo!“ Ich stand
neben ihm und wir sind dann ins Gespräch gekommen, aber ich hab
damals erst mal nur gesagt: „Okay ich komm mal vorbei und spiel mit!“
Ich hab das überhaupt nicht so ernst gesehen. Markus und ich haben
dann Nummern ausgetauscht. Er hatte sich dann erstmal noch nicht
gemeldet, hat aber anscheinend seinen Bandkollegen schon von mir
erzählt, die dann direkt bei der nächsten Show im
Hammerschlag – Daniel, Arne und Markus - alle zu mir hergekommen sind
und gemeint haben „Hey, wie siehts aus? Wann kommst du jetzt?“ und dann
sind wir ins Gespräch gekommen. Ich bin direkt die Woche drauf zur
Probe gefahren und die erste Probe hat gleich gepasst, und sie haben
gesagt: „Cool, lass uns was zusammen starten!“ Und ich: „ Auf jeden
Fall!“ So kams dazu...
Nächste
Frage. Ihr werdet
immer wieder mit Bands wie CRO-MAGS, SICK OF IT ALL in den frühen
Tagen, KILLING TIME und TERROR verglichen. Nervt Euch das? Seht ihr das
auch so? TERROR sind immerhin auf demselben Label. Ist das ein cooles
Gefühl für Euch? TERROR sind doch auch auf DEAD SERIOUS?
P: Jaein, das kann man so nicht
sagen.
Im Prinzip macht der Ben die LP Version für Europa von TERROR. Wir
sind ja dadurch nicht wirklich Labelkollegen aber wir kennen die Jungs
trotzdem, weil wir schon einige Shows mit ihnen gespielt haben. Wir
haben uns sehr gut verstanden und ich denke es ist einfach ein gutes
Gefühl miteinander klarzukommen und die Möglichkeit zu haben
mit befreundeten Bands Shows zu spielen oder auf einer Art gleichen
Label zu sein, wenn man das so bezeichnen mag, was ich aber nicht
unbedingt tun würde...
F: Also die Bands, die Du genannt
hast, sind der Hammer für mich. Es ist eine Ehre damit verglichen
zu werden. Man kann nicht sagen wir klingen jetzt wie die eine oder die
andere Band, aber natürlich ist es immer wichtig, dass man dann ne
Band irgendwie so einordnen kann ,besonders jetzt in Reviews.....
weiß der Geier, um Leuten zu sagen, was es ungefähr ist, und
wenn dann eben diese Bands genannt werden, ist es für mich einfach
ne Ehre.
P: Das sehe ich genauso. Wie
gesagt,
kuck dir SICK OF IT ALL an. Die gibts immer noch und sie haben immer
noch Power und sind immer noch am Cut. Wenn Du mit solchen Bands
verglichen wirst, dann ist es natürlich eine Ehre. Auf jeden Fall,
weil sie haben den Spirit, genauso wie die CRO-MAGS oder KLLING TIME.
Das sind einfach Wegebereiter und Bands, die mir persönlich
unheimlich viel bedeuten, dass es für mich einfach der Hammer ist,
mit solchen Bands verglichen zu werden. Man kann das aber eigentlich
gar nicht wirklich vergleichen, wie Felix schon gesagt hat. Das ist
einfach nur eine Einordnung vom Style her damit man weiss was einen
erwartet!
Wie
findet ihr die Deutsche Szene?
Wir haben ja schon mal das Thema angeschnitten mit ABSIDIA und
SIDEKICK. Gibt es für Euch hier noch andere Bands, die die
deutsche Szene mitgeprägt haben? Was denkt ihr nach dem Split von
Sidekick. Wie wird sich das ganze hier weiterentwickeln? (beide
überlegen lange) Ich weiß, dass diese Frage „tricky“ ist.
Sagt einfach ganz spontan, was ihr denkt!
F: Ich denke, es gibt bestimmt auch
noch viele andere Bands, die für die süddeutsche Szene sehr
wichtig waren. Es sind auch Bands, die nicht soo bekannt sind, aber die
deswegen trotzdem wichtig sind. Das ist ganz klar. Ein Name der
mir jetzt spontan einfällt ist REGRET. Ich denke das ist auch so
eine Band, die nicht unbedingt alle kennen aber sicher dennoch einen
großen Einfluss gehabt hat.
P: Ich finde die Szene hier im
Süden recht gut, muss ich sagen. Es ist cool dass auch Punks und
Skins auf Hardcore Shows kommen und trotzdem alle gut miteinander
auskommen. Felix sag was...
F: Also was ich auf jeden Fall gut
finde im Vergleich zu vielen anderen Szenen, in denen ich jetzt schon
„zu Gast“ war ist, dass die Stuttgarter Szene so relativ unbeeinflusst
ist von irgendwelchen Trends oder Hypes oder Revivals und die meisten
Leute schon seit vielen Jahren dabei sind. Die haben ihren eigenen
Geschmack, ihren eigenen Stil gefunden und rennen nicht jedem neuen
Trend hinterher. Es ist einfach konstant... es ist nicht so, dass wenn
man sich die Leute auf ner Show hier ankucken würde und dann in
einem halben Jahr noch mal kommt dass sich da die Hälfte des
Publikums ausgetauscht hat. In Stuttgart kann man sagen, dass die Leute
mehr oder weniger dieselben bleiben. Natürlich tauchen dann und
wann wieder neue auf, aber es ist wie gesagt sehr konstant und ich
denke viel beständiger als andere Szenen. Das gefällt mir
sehr gut.
Was
denkst: warum ist es hier
möglich ist, dass die Menschen konstanter sind? Liegt es an der
schwäbisch- bayerischen Mentalität im Süden? Oder an was
liegt es dann?
F: Das ist jetzt etwas sehr
verallgemeinernd. Und ich weiß nicht, ob man das so sagen kann,
weil ja auch nicht alle von hier stammen. Ich habe trotzdem oft das
Gefühl dass die Mentalität im Süddeutschen und
SchweizerRaum ähnlich ist- dass alles etwas beständiger ist,
aber ich weiß nicht, ob man es so verallgemeinern kann.
Meine
Intention war nicht zu
verallgemeinern, so à la: „Alle Süddeutschen sind
„treu und beständig“ und alle aus Mitteldeutschland oder
Norddeutschland sind Trendsetter und rennen einem Hype hinterher!“
F: In anderen Szene gibt es auf
jeden
Fall genauso viel alte Hasen, die schon lange dabei sind, die es real
keepen – keine Frage. Es kommt mir aber vor, als ob es anderswo viel
mehr Mitläufer gibt. Das zeigt sich dadurch, dass eine
größere Masse auf Shows kommt...das ist auch irgendwie
cool...
Das
sieht auch cooler aus, wenn
einfach mehr Leute da sind, oder nicht?
F: ...aber irgendwie auch nicht.
Klar
ist das gut wenn ne Show mit total vielen Leuten packed ist, Stagedives
abgehen usw....
P: Yo, bei denen die Leute total
crazy
abgehen.
F: Dann ist es natürlich cool.
Das Problem ist einfach, dass wenn die Leute hinterher wieder weg sind
und man merkt dass es nur ne kurze „Phase“ war in ihrem Leben ist, die
dann total überdreht ausgelebt wurde. Das ist peinlich und ich
kann das dann auch gar nicht ernst nehmen. Das ist natürlich
schade. Deswegen ist es mir dann lieber so wie in Stuttgart, wo es
kleiner ist, aber einfach „realer“ und beständiger in meinen Augen.
P: Wie eben auch viele Leute, die
sich
eine „Internetidentität“ zulegen und versuchen das ganze Ding im
Internet auszuleben, was einfach nicht machbar ist und was total Panne
ist. Es wird viel kaputt gemacht durch das ganze „Internet- Gedisse“,
Gelaber, Rumgehänge...
Was
bedeutet
„Internetidentität“ genau für Dich? Ich finde es auf der
einen Seite sehr positiv so viele Messageboards zu haben, um sich
einfach über Platten, Shows usw. auszutauschen, frei nach dem
Motto “Spread the word“. Gerade auch wegen Gemeinschaft,
Gemeinsamkeiten, Unity usw. Aber es scheint doch auch eine Menge,
Scheiße abzugehen, weil die Leute sich einfach gegenseitig
„dissen“ und sich nicht mehr „Face to face“ sagen können, so und
so schaut´ s aus!
F: Ich denke gerade, dass für
die
Leute, die jetzt so seit einem halben Jahr oder Jahr dabei sind bei
Hardcore oder irgend einer anderen Szene, whatever,... dass es für
die natürlich enorm wichtig ist, sich darin zu profilieren, weil
es wahrscheinlich so ne Art Selbstfindungsphase ist und sie denken:
„Das ist es jetzt für mich“ und dann ist es das vielleicht
aber doch nicht. Das Internet ist für solche Typen eine gute
Plattform, um sich dann eben so zu profilieren und das total
hanebüchen auszuleben.
P: Ja genau. Dieses ganze Verhalten
fuckt mich eben komplett ab. Das finde ich total Panne. Aber wie Du
schon sagst, es gibt natürlich auch, das muss man natürlich
ganz klar sehen für Bands auch positive Seiten am World Wide Web.
Es ist wirklich so, dass es viel einfacher ist, wenn Leute mit dir eine
Show machen wollen... die droppen dir einfach eine Mail. Über die
Homepages kann man sich über Bands informieren oder man kann sich
einen Song downloaden. Da gibt es einfach so viele Möglichkeiten.
Auch Reviews, wie Du schon sagst... irgendwie lernt man auch Leute
kennen auf Communities bei denen man sich gemeinsam zusammentun kann,
um z.B. auf Shows zu fahren oder was weiß ich. Es gibt auf jeden
Fall viele Möglichkeiten, eben auch solche, die positiv sind.
Aber leider wird das Internet sehr oft missbraucht. Viele Leute
haben im Internet ein großes Maul, aber dann live sagen sie dir
nichts oder trauen sich nichts zu sagen und wenn, dann sagen sie es
hinter deinem Rücken und lästern. Im Prinzip gibt es einfach
viel zu viel Scheiß der da abgeht!
Okay
Felix, Du möchtest noch
was dazu sagen...
F: Gerade in Bezug auf Communities
finde ich es wichtig, dass viele Leute einfach mal realisieren
müssen, dass wenn man irgendjemand im Internet kennen lernt
-was ja auch cool sein kann wenn man so Kontakte knüpft - eben
trotzdem nicht vergessen darf, dass man über den Computer
kommuniziert und man von der anderen Person so gut wie nichts wirklich
weiß. In meinem Leben wird es bestimmt keine Person geben, die
ich im Internet kennen lerne und die ich aufgrund dessen dann als
meinen Freund aka meinen „friend“ bei Myspace.com bezeichne . Das ist
vollkommen unmöglich und beschissen...
Außer
du triffst den Menschen
natürlich im wirklichen Leben und es entwickelt sich dann eine
Freundschaft...
P: Na klar, aber durchs Internet
nicht. Im Prinzip einfach aufwachen, Computer aus und dann die
Realität sehen! Die Leute im Internet sind normalerweise, wenn du
sie nicht persönlich kennst, nicht Deine Freunde, weil
Freundschaft definiert sich nicht durch Mausklicks, durch irgendwelches
Tastaturgeschreibe, sondern durch Gemeinsamkeiten, gemeinsam viel
miteinander unternehmen, reden, abhängen und sich dadurch kennen
lernen. So entstehen Freundschaften und nicht durch irgendwelche
Bildschirme meiner Meinung nach.
Ich
finde das sehr gut, dass Du das
an dieser Stelle erwähnst, weil es auch nicht nur auf die
Hardcoreszene bezogen, einfach ein allgemeiner Trend unserer heutigen
Gesellschaft ist, Kommunikation nicht mehr verbal „Face to Face“ zu
führen , wie wir das jetzt hier machen.
P: www.neu.de und so (alle
lachen)...
Was
ist das?
P: Keine Ahnung , hast du das noch
nie
gesehen? Überall hängt der Fuck an irgendwelchen
Bushaltestellen, so ne neue Single- oder Achtung „Flirtcommunity“, die
man dann ganz groß publik macht und totale Scheisse ist.
...und
von Liebe spricht!
Schön, dass wir hier noch miteinander sprechen.
Nächstes
Thema. Ihr habt schon
mit Bands wie HATEBREED, IGNITE, THROWDOWN und TERROR gespielt. Stehen
für dieses Jahr schon Supportgeschichten an? Mit wem würdet
ihr mal gerne zocken? Gibt es da
spezielle Wünsche?
P: Metallica, ne?
Felix.
F: Was mir spontan einfällt,
dass
wir auf jeden Fall demnächst mit BORN FROM PAIN ein paar
Shows spielen, da freu ich mich schon sehr drauf. Es hat uns mal
jemand in einem alten Interview gefragt, mit wem wir gerne spielen
würden. Da habe ich dann gesagt, dass wir gerne mal mit DEATH
THREAT zusammen spielen würden, aber das geht ja jetzt leider
nicht mehr...
Die
haben sich aufgelöst. Vor
zwei Tagen war die letzte Show.
P: Egal ob es irgendwelche Bands
aus
USA oder woher auch immer sind. Uns ist das egal. Es steht an, dass wir
vielleicht mit SOLID GROUND aus der Schweiz was gemeinsam gebacken
kriegen. Vielleicht eine Woche auf Tour gehen oder so.
Ich
glaube, ihr seid mit denen auch
befreundet?
P: Ja.. Genauso ist es auch immer
wieder cool mit unseren Freunden von BLACK FRIDAY 29 oder ZERO
MENTALITY Shows zu spielen. Supportet einfach das was, wie auch Micha
am Sonntag schon die Ansage gemacht hat: „Supportet das, was ihr zu
fassen habt, eure Szene, die deutschen Bands, die europäischen
Bands!“ Da gibt es soviel gute, die den Amibands in keinster Weise
nachstehen. Nur die ganzen Goisen denken alle „die Bands sind so big,
die spielen als letztes und kommen aus den USA , deswegen müssen
sie gut sein!“ Völliger Schwachsinn! Hier und in Europa gibt es
soviel gute neue Bands, die man einfach supporten muss, that’s it!
Das
stimmt. Ich hab das am Sonntag
gehört, und musste spontan an mein Interview mit Jogges denken,
weil er genau dasselbe gesagt hat: „ Schaut, was vor Eurer Straße
ist, also schaut auf die deutschen und europäischen Bands, damit
wir mehr Integrität bekommen!“
P: Wie gesagt, dass Denken in den
Köpfen der Leute ist immer noch so: „die Band, die am Schluss
spielt muss die beste sein“. Das denken so viele, aber dass ist
völliger Blödsinn. Es können die coolsten Bands am
Anfang spielen, um sechs Uhr, vor drei Leuten. Es ist egal, wann zu
welcher Uhrzeit aus welchem Land die Band kommt, wenn die Band einfach
kickt und Ärsche tritt.
F: Viel zu wenig Leute haben den
Mut
zu einer eigenen Meinung, um sich selbst ein Urteil zu bilden...
P: ...oder die Eier dazu...
F: ...sondern hören nur was
andere dazu sagen, ob jetzt die Band gut sein wird oder die und gehen
dann schon mit einem Vorurteil an die Sache ran, anstatt einfach die
Band mal unvoreingenommen anzusehen, um sich dann eine eigene Meinung
zu bilden. Man sieht es gerade, wie es Peter schon gesagt hat, an den
„Running Orders“, dass viele Leute dann, wenn eine Band später
spielt, einfach davon ausgehen, „die sind viel besser und fetter“ und
dann kaufen sie gleich mal zwei Shirts oder so. „Die Bands, die
anfangen werden wahrscheinlich eh scheiße sein, braucht man sich
gar nicht ankucken“....
Peter,
Du hast vorher gesagt,
dass es in Europa viel fette und gute Hardcorebands gibt, bzw. in
Deutschland. Kannst Du mir noch mal so ein
paar aufzählen, bei
denen Du denkst, das es einfach knallt oder was gehen könnte?
P: Definitiv BLACK FRIDAY 29 - die
Bombe. Genauso wie ZERO MENTALITY, der neue Shit aus dem Pott! Die
werden was reißen die Jungs, die haben jetzt ihre neue LP raus.
Die werden definitiv alles platt machen mit ihrem neuen Shit und auf
jeden Fall gibt es noch in der Schweiz sehr gute Bands. Ganz weit oben
ist natürlich CATARACT , die auch persönlich gute Freunde von
uns sind, einfach die Macht!. Und unsere Bros von SOLID GROUND, mit
denen wir immer wieder eine gute Zeit haben, die einfach superneuen
Wind reinbringen und eine super freshe neue Band sind.
Und
für Dich Felix?
F: Ich weiß nicht... wir
haben
vor ein paar Tagen mit einer portugiesischen Band gespielt, FOR THE
GLORY, die hab ich da zum ersten Mal gesehen und das war wirklich gut!
P: Supernette Leute, ich hab die
auch
schon in Spanien kennen gelernt und wir werden auch definitiv mit denen
gemeinsam in Spanien und Portugal einige Shows spielen dieses Jahr und
dort auf Tour gehen. Es ist nicht alles schlecht, was so aus Italien,
Portugal und Spanien kommt...(lacht)...es gibt auch mal was
Gutes...(lacht)...
Okay.
P: Auf jeden Fall noch die neue
Full
Length von BLEED INTO ONE auschecken!
Wann
kommt denn die?
P: Keine Ahnung, aber ich glaube
die
wird verdammt gut!
F: Letztens haben wir mit ihnen
zusammen gespielt und da haben sie ein paar neue Songs gespielt...
P: ... die richtig Bombe sind...
F: ...das sieht schon
sehr
vielversprechend aus. Da bin ich auf die Full Length gespannt, die dann
kommt.
„Some
scars, some hope“. Ein paar
Narben, ein wenig Hoffnung. Wer schreibt bei Euch die
Songs, v.a. die Texte?
F: Insgesamt kann man sagen, dass
wir
alles zusammen machen. Natürlich ist es so, dass in manchen
Bereichen der eine mehr und der andere weniger leistet, aber im
Endeffekt sind wir eine Band , die einfach zusammen arbeitet. Wenn wir
was machen, dann macht das nicht einer und setzt seinen Kopf durch,
sondern dann ist das so, dass wir uns zusammensetzen und darüber
diskutieren und dann eben gemeinsam eine Entscheidung fällen.
Manche haben eben stärker eine bestimmte Vision im
Kopf und wissen was sie wollen, aber im Endeffekt setzen wir uns
alle damit auseinander, worauf dann eben auch alle drauf klar kommen.
Das ist dann das was uns alle als Band ausdrückt, was uns sehr
wichtig ist, eben dass wir da alle 100% dahinter sind!
Wie
seid ihr eigentlich auf diesen
Albumtitel gekommen? Wer hat den angeschleppt?
F: Ich weiß nicht mehr, wer
den
Namen angeschleppt hat. Ich glaube, wir haben...
P: Ich war`s glaub
(lacht)...
F: ....auf jeden Fall wollten wir
uns
einen Namen suchen, der unsere MCD gut wiedergibt...
P: ...alles ein Zeitfaktor...
F: ...ja jetzt auch im Bezug auf
die
Texte natürlich wollten wir auch einen Titel, der es auf den Punkt
bringt, was das ganze ist und einen Bezug hat. Wir wollten nicht nur
einen Namen haben der gut klingt, aber im Endeffekt nichts wirklich
bedeutet. Das „Some scars, some hope“ bezieht sich eben auf die ganzen
Texte der MCD und auch der Musik.
P: Man kann das als Zeitspanne
sehen,
also weißt Du, das ganze „Some scars, some hope“ Ding ist auch
zeitlich gesehen, es bezieht sich auch auf...
So
ne Narbe bleibt...
P: ...ja, genau, was bleibt. Ja....
Also
bei einer Narbe, da war eine
Wunde...
P: Genau, da war eine Wunde. Die
Narbe
bleibt auch und man sieht sie immer wieder. Man weiß die Narbe
ist einfach da und man erinnert sich.
F: Wenn man die CD einlegt, beginnt
die mit einem Uhrenticken. Viele Songs auf der MCD handeln von
bestimmten Zeitabschnitten in unserem Leben und im Endeffekt alles, was
davon übrig bleibt, wenn wir jetzt das als Gesamtes sehen. Es ist
so, dass man einfach Narben hat, Erfahrungen, die man gemacht
hat, einfach jetzt persönlich für uns auch sehr schlechte
oder negative Erfahrungen, die man gemacht hat... aber man eben
auf der anderen Seite trotzdem den Kopf oben behält und nicht
aufgibt.
Was
für Erfahrungen waren das?
Erfahrungen in Freundschaft, Familie und Kindheit?
F: Also Kindheit ist es eher
weniger...
P: ...einfach Dinge, die uns jetzt
beschäftigen. Das kann man jetzt nicht so konkretisieren, das sind
einfach Sachen, die wir mit uns rumtragen, über die wir
täglich nachdenken. Dinge, die uns einfach beschäftigen, ob
es jetzt eine Auseinandersetzung mit unserer heutigen Umgebung, mit
unserem sozialen Umfeld oder einfach mit dem ganzen Leben eines jeden
von uns zu tun hat. Im Prinzip werden wir auch immer wieder durch
Narben darauf hingewiesen. Die Narben sind einfach da, das ist
vielleicht was negatives, aber das gehört einfach zum Leben dazu.
Auch negative Dinge gehören zum Leben und die prägen und
führen uns immer weiter. Das wird auch nie anders sein, es wird
immer negatives geben, ja das Negative prägt einen und das
gehört einfach dazu. Das Leben fickt einen oftmals, aber trotzdem
ist es ein Teil davon und da muss man einfach durch!
Okay,
ich verstehe. Eure Texte
beinhalten für mich drei zentrale Themen, und ich benenne sie
jetzt einfach mal mit drei Begriffen: Freundschaft, Hoffnung und
Respekt. Was bedeuten für Euch diese drei Begriffe? Fangen wir
vielleicht einfach mal an mit Freundschaft.
F: Ich kann einfach nur zu allen
drei
Begriffen was sagen, dass für mich eben alle drei superwichtig
sind.
Habe
ich das schon richtig erkannt,
dass das die zentralen Themen Eurer Texte sind?
P: Sind es auf jeden Fall, wobei
ich
jetzt nicht sagen würde unsere Texte handeln von Freundschaft oder
unsere Texte handeln von Hoffnung oder so...das kann man jetzt auch
nicht wieder so pauschalisieren.
Ich
wollte das einfach auf mal auf
den Punkt bringen.
P: Natürlich sind das
Überbegriffe, die uns in unserem Leben mitverfolgen. Klar ist uns
Freundschaft wichtig, sonst hätten wir die Band wahrscheinlich
nicht, wenn wir nicht alle Freunde wären. Genauso wenig
würden wir dann gemeinsam versuchen, so oft wie möglich
abzuhängen, sei es außerhalb der Band auch mit Leuten oder
so, eben „down zu sein“ und mit denen irgendwas zu machen und erleben.
Das ist natürlich Hoffnung, ich glaube auch wenn viele Menschen es
eigentlich nicht zugeben, dass jeder Mensch ein stückweit Hoffnung
in sich hat, egal auf was er hofft. Hoffnung ist ein Begriff, den
meiner Meinung nach jeder Mensch ein stückweit in sich
trägt... auch der letzte Mensch, der sich fast schon aufgegeben
hat, hat irgendwo einen Funken Hoffnung.
Der
letzte war Respekt. Ich glaube,
ich habe das v.a. auch auf euren letzten Song bezogen.
P: Ja. Respekt ist auf jeden Fall
ein
ganz wichtiges Ding meiner Meinung nach. Ich denke ich kann da für
uns alle sprechen, dass jeder sich im Prinzip seinen Respekt erst mal
in gewisser Weise verdienen muss und nicht denkt, er kommt jetzt an und
ist gleich down mit jedem und hat die Weisheit mit Löffeln
gefressen. Jeder muss versuchen sich seinen Respekt zu verdienen. Es
gibt einfach Respekt den man wahren sollte.
Ich
finde das Thema RESPEKT
ziemlich wichtig, weil für mich Hardcore immer sehr viel mit
Respekt zu tun hatte.
F: Ich finde, es gibt einfach viel
zu
viele Pisser die keinen Respekt haben und denken sie können sich
alles rausnehmen um sich dann selbst zu profilieren, dann alles
mögliche dissen, gerade auch im Internet, um darauf noch mal Bezug
zu nehmen. Die haben dann selbst gar nicht den Mut um für eine
eigene Idee gerade zu stehen und mal selber zu sagen „Yo, das bin ich!
Das ist mein Ding, das will ich pushen oder das will ich vertreten!“
Die haben gar nichts. Sie können nur andere Sachen schlecht machen
, um sich selbst darzustellen und darüber zu stellen und das ist
ein Witz...
P:....und irgendwelchen Trends
hinterher rennen. Viele Leute machen meiner Meinung nach ganz viel
kaputt indem sie sich z.B. rausnehmen zu sagen, „ja sie hören die
und die Band“, als ob es jetzt das wichtigste auf der Welt wäre,
so stellen sie es dar. Dass sie die und die Band kennen, und die und
die Band hören. Und natürlich hören sie schon seit
Jahren diese Band und es gibt keine andere Band für sie. Dabei
kennen sie diese vielleicht erst seit drei Wochen und haben
wahrscheinlich nicht mal eine Platte, sondern haben sich Songs aus dem
Netz gezogen und denken, das ist es und versuchen sich dadurch Respekt
in irgendwelchen Kreisen, wie eben in der Hardcoreszene, oder
irgendwelche Szenepunkte zu verdienen oder so nen Kack. Aber meiner
Meinung nach ist es ein Disrespect gegenüber den alten Bands oder
gegenüber dem Hardcoregedanken, weil es einfach nicht darum geht,
welche Bands man kennt oder welchen Shit man hört - darum geht es
einfach nicht! Es geht darum, individuell zu sein, Eier zu haben,
für seine Meinung einzustehen, Persönlichkeit zu zeigen und
nicht irgendetwas nachrennen, „Hauptsache andere Leute finden es cool“.
Fuck that!
F: Ja, so wie ich das vorhin meinte
in
Bezug auf die „Running Orders“ in denen Bands stehen. Es geht einfach
darum selbst zu denken und nicht blind was nachzumachen!
P: Augen auf, Ohren auf und Kopf
einschalten. Das ist der Deal!
Habe
ich noch ein zentrales Thema
bei Euren Texten vergessen?
P: Unsere Texte sind angepisst!
Ja,
genau darauf wollte ich noch
eingehen. Auf jeden Fall finde ich, dass Eure Musik rau, angepisst,
dreckig und direkt in die Fresse ist?
P: Ja genau so ist es.
Habe
ich genau richtig beschrieben,
nicht wahr?
F: Ja wir wollen uns eben nicht...
P: ...kompromisslos...
F: ...genau, wir wollen uns nicht
irgendwie verschnörkeln, sondern wir wollen einfach das, was uns
beschäftigt, das was wir einfach jeden Tag sehen und das, was uns
dann teilweise abfuckt und ankotzt wiedergeben – genau so wie es ist.
P: Wir geben auch einen Fick drauf,
wenn jemand sagt: „Oh, Eure Texte die sind aber einfach gehalten“! Hey,
das sind Sachen die uns beschäftigen und uns ist das egal, wenn
das ihnen nicht gefällt. Wir haben auch mal in einem anderen
Interview gesagt, dass wir uns nicht in irgendwelchem hochpoetischen
Shit verlieren oder ausschweifen, sondern wir bringen das einfach auf
den Punkt, was uns beschäftigt. Dass es jeder verstehen kann!
F: Unser Ziel ist einfach uns
auszudrücken und das zu sagen, was uns eben wichtig ist, was
einfach raus muss, weil es uns ankotzt und wir versuchen nicht Texte zu
schreiben mit dem Anspruch möglichst viele Metaphern einzubauen
oder ein Gebilde zu erschaffen, vor dem andere Leute dann sagen, “ja
das ist jetzt aber dies oder jenes Versmaß, das ist gut gemacht,
das ist gut konstruiert“. Wir wollen einfach direkt sein.
P: Und hier und da kann man dies
oder
das reininterpretieren... bei uns ist es einfach so wie es ist. Fakt.
Texte stehen lassen, einfach Fakt!
Beim
Song „Another two days“ sind
als Guestvocals Björn Esser von BLACK FRIDAY 29 und Ben Fink von
ZERO MENTALITY mit dabei. Im Song geht es um Freundschaft. Habt ihr aus
diesem Grund die beiden ausgewählt, weil ihr miteinander
befreundet seid?
F: Jaein. Also zuerst muss ich
sagen,
dass es in dem Song schon um Freundschaft geht, aber nicht... ich
weiß nicht wie du das verstanden hast, aber es geht auf jeden
Fall..
Ich
kann Dir das noch mal
erklären. Meine Vermutung war, dass Ihr diesen Songs mit Freunden
aufnehmen wolltet, da das auch um Freundschaft geht.
F: Ja das stimmt natürlich,
aber
ich wollte zu dem Inhalt von dem Song sagen, dass es in dem Lied darum
geht, wie wir eben schon vorher gesagt haben, was wirklich ein Freund
ist, oder was nicht, wie z.B. mit diesem ganzen Internetding...darum
geht es auch in dem Song.
P: Der Song hat eigentlich einen
relativ negativen Text muss ich sagen . Es ist ja auch so: „friends“
aber eben nur am Wochenende auf ner Show und sonst auf Myspace.com, ne?!
Da
muss ich jetzt mal kurz
einhaken. Das ist genauso wie mit dem Begriff „Teamkiller“, das ist ja
eigentlich auch ein sehr negativer Begriff, und genauso ironisch...
F: Ja ganz genau, der Song...
P: (Peter lacht) Ganz genau...
F: Wie du sagst, im Bezug auf
Freundschaft ist es auch ironisch oder sehr nachdenklich. Ich kann
vielleicht noch was dazu sagen, wie es zu dem Song
kam. Der Text dazu
war sehr stark beeinflusst von einer Geschichte, die ich miterlebt
habe, von zwei Bekannten von mir. Die waren eben befreundet, bzw.
Bekannte und für den einen von beiden war der andere der beste
Freund bzw. er hat gedacht, dass er sein bester Freund ist und für
den anderen war es einfach nur ein Bekannter. Sie haben sich da
missverstanden .Und im Endeffekt war das krass, als der eine das dem
anderen eben gesagt hat, dass er eben für ihn nicht sein bester
Freund ist und in dem Song geht` s darum mal zu überlegen, mit wem
man eben wirklich down ist und wer eben nur ein Bekannter ist. Auf
jeden Fall kein Unity-whatever-Song, wie man vielleicht aufgrund Deiner
Aussage vermuten könnte!
Und
was ist mit den beiden Herren,
die bei dem Song „gefeatured“ haben, wie kam es dazu?
P: Es war so, dass wir die beiden
im
Laufe der Zeit kennen gelernt haben u.a. durch gemeinsame Shows und
weil sie eben auch bei uns in der Gegend Shows gespielt haben, oder wir
mal im Pott waren. Ben Fink hat das super Layout für unsere MCD
gemacht und yo, die ganzen Sachen haben eben einfach dazu geführt,
dass wir irgendwann mal auf die Idee gekommen sind: „wir wollen
vielleicht bei einem Song Guestvocals haben, gerade bei dem bietet es
sich an, bei dem Thema, und dann haben wir gefragt wer fällt uns
ein?“ Die Bands von den beiden, und besonders auch sie als Sänger
finden wir richtig cool. Die beiden sind Bros von uns und eben nicht
dieses Negativbeispiel, von dem der Song handelt. Dadurch, dass sie bei
uns Guestvocals gemacht haben unterstützt es das ganze nur noch
mehr. Die Achse steht!
Ich
möchte noch auf den Song
„You guess“ eingehen. Ich hab mir da eine Textzeile rausgepickt: “I got
my own vision, how my life would be fine.” Wie sieht die Vision bei
Euch aus? An wen geht der Song raus?
F: Ich denke mal das wichtige bei
dem
Text, wenn man den so liest, ist nicht die Frage wie die Vision ist,
sondern dass man eine eigene hat...
P: ...und einen eigenen Kopf zum
Denken...(lacht), wobei wir wieder beim Thema wären.
Ja,
genau. An wen geht der Song
raus? Geht das wieder an die gesamten „Internetnerds“ raus oder
an wen?
F: Der Song geht einfach raus an
die
ganzen Leute, die denken sich rausnehmen zu können anderen
vorzuschreiben, wie man sein Leben zu leben hat. Ich lebe mein Leben
eben selbst und mach mir meine eigenen Gedanken darüber, egal was
irgendwelche andere Leute dazu sagen, das ist mir scheißegal.
Wenn das jetzt Freunde von mir sind ist das natürlich was anderes,
yo du weißt was ich meine...
P: ...dass man sich da auch dann
Gedanken darüber macht...
F: ...aber wenn jetzt irgendwelche
Anderen einem sagen: „ das läuft nicht was du machst!“ oder z.B.
was weiß ich“ in einer Band spielen ist scheiße“ oder „Du
steckst soviel Energie da rein und du machst kein Geld damit, mach doch
mal was anständiges, geh doch mal was vernünftiges arbeiten
oder mach Karriere oder hör mit dem ganzen Shit auf“ oder so
was... das geht mir total am Arsch vorbei, weil ich einfach weiß,
das ist es, was für mich wirklich zählt.
P: Und das gibt einem viel mehr als
irgendwie ein dickes Bankkonto, was Du vielleicht auch schon vom Jogges
gehört hast. Er wird seinen Kindern mal unzählige Geschichten
erzählen können, was er alles in seinem Leben erlebt hat.
Würde man jetzt eine Banklehre abgeschlossen haben, oder
weiß der Teufel was, und da nur jeden Tag am Schalter
sitzen...könnte ich meine Kindern irgendwann mal erzählen:
Yo, ich saß halt mal 30 Jahre lang hinter einem Bankschalter
(lacht)...das war ´s halt. Einmal war ich in Italien im Urlaub
beim Baden und yo (Conny lacht)...vielleicht mal so ne Art Pizza
gegessen!“
Ihr
habt schon eine super
Überleitung gemacht zur nächsten Frage: wie seht Ihr Euer
Leben in 10 Jahren? Ihr habt ja schon angefangen zu skizzieren. Felix
fang Du mal an!
F: Also ich denke mal, mein Leben
im
großen und ganzen in 10 Jahren...
P: ....under the bridge… (alle
lachen)
F: ...ja “under the bridge“...
vielleicht im Großen und Ganzen gleich oder ähnlich wie
jetzt ist, eben oft schwierig. Man ist immer irgendwie am Kämpfen,
dass man das machen kann, was einem am wichtigsten ist, also eben meine
Band, Hardcore. Und dass das natürlich immer schwierig ist zu
vereinbaren, so mit dem Druck der Gesellschaft umzugehen oder mit der
Gesellschaft selbst. Dass man dagegen ankämpfen muss. Das ist dann
oft nicht leicht, in Bezug auf Geld ist es natürlich immer
scheiße, wenn man eigentlich am liebsten, wie ich jetzt nur die
Band machen möchte oder so was, da muss man halt danach schauen
„was geht sonst noch irgendwie“, studiert man noch irgendwas oder geht
man arbeiten, was macht man eigentlich?! Es ist schwierig und ich denke
das wird sich im Großen und Ganzen nicht ändern. Es ist
einfach bei vielen Leuten im HC so, dass es immer ein Kampf ist halt,
aber es lohnt sich... das ist es einfach wert.
Ein
Commitment for life?
P: Es kommt auch nicht unbedingt
darauf an, was du später mal machst, sondern wie du das ganze
machst und wie du bist, wenn du älter bist. Es ist klar, wenn du
irgendwann mal , sagen wir mal... jetzt kommen wir noch mal auf diesen
Schalterjob zu sprechen...oder wenn du irgendwann mal später in
einem Büro arbeitest und dann alles andere um dich herum vergisst,
und nur noch wirklich für deine Arbeit lebst, dann ist klar, dass
du dann raus bist. Du kannst aber trotzdem einen Bürojob haben und
weiterhin dedicated sein, etwas machen und jung bleiben, von innen
raus! Es ist wie schon gesagt, nicht unbedingt so tragisch, was man
macht, sondern wie man das ganze macht und wie man das handhabt. Dass
man sich als Person oder als Persönlichkeit nicht verändert,
eben gleich bleibt. Egal was für eine Arbeit, egal was so im Leben
auf dich zukommt, dass man als Person einfach gleich bleibt und dadurch
„commited“ und „dedicated“ ist!
Habt
ihr eigentlich Angst vor dem
Älter werden? Unsere Gesellschaft gibt es ja immer so vor: „Jung,
schön reich- wir könne alles erreichen!“
F: Nö.
Peter?
P: Nein. Ich habe gehört, dass
ältere Männer auch relativ attraktiv auf Frauen wirken
sollen...
Ja,
an Sean Connery sieht man das
ja (Conny lacht).
Ich
hab gesehen, dass sich euer
Schlagzeugerproblem inzwischen gelöst hat. Am Sonntag bei der
Benefizshow im Juha West wurde bestätigt, dass Michael aus
Ludwigshafen jetzt endlich fest bei Euch dabei ist. Das freut mich
sehr, weil ich finde ihn einfach „Bombe“! Er ist ein sehr guter
Schlagzeuger, sehr „tight“. Es macht einfach Spaß ihm beim
Spielen zu zuschauen, macht crazy Moves während dem Spielen, was
nicht jeder Schlagzeuger so überzeugend macht. Wie kam es dazu,
dass er jetzt doch festes Mitglied bei Euch wurde?
P: Ihn hat einfach das Geld
gelockt,
der Ruhm!
(Conny
lacht) Okay. Felix?
F: Das ist leider die Wahrheit…
Leider
die Wahrheit? (alle lachen)
F: Nö, Spass...
Wollt
ihr mich hier verarschen?
Hardcore und Kommerz geht nicht!
F: Unser alter Drummer hat uns ganz
schön abgefuckt, uns im Stich gelassen und das war alles
total beschissen... Fuck you! Und dann waren wir eben zuerst mal
ziemlich angepisst und haben überlegt, was wir jetzt machen. Wir
kannten eine Menge Leute die Schlagzeug spielen und zum Teil auch
richtig gut sind.
P: Sorry, dass ich jetzt
unterbreche,
derjenige der uns hängen gelassen hat ist natürlich nicht
Fabi von SIDEKICK. Der der Drummerwechsel von Fabi ist schon
länger her. Fabi hat uns immer supportet und es war auch sehr
schade, dass er bei uns aufgehören musste. Wir hätten gerne
mit ihm weitergemacht, also noch mal: damit ist nicht unser Bro Fabi
gemeint!
Das
habe ich schon verstanden!
P: Aber vielleicht verstehen das
die
Leute die das lesen falsch und denken, wir dissen jetzt Fabi. Er ist
unser Freund, nach wie vor.
F: Dann waren wir eben in einer
beschissenen Situation auf einmal und haben dann geschaut was wir
machen. Wir kannten einige Schlagzeuger, die z.T. in Bands spielen und
wir auch wussten, dass die gut sind. Wir wollten natürlich auch
wissen, ob es persönlich hinhaut, dass man eben befreundet ist,
wenn man zusammen in einer Band spielt. Das ist etwas viel
schwierigeres und da haben wir überlegt wer in Frage kommt
usw. und mit einigen dann auch geprobt. Manche waren okay, aber haben
uns nicht wirklich überzeugt und einer von denen z.B. war
ein Alptraum! Wir haben gedacht, der will uns verarschen (Peter lacht
los)...irgendwie, nach 5 Minuten haben wir uns angeschaut: „Yo, wie
bringen wir ihm das jetzt bei, dass er einfach total beschissen ist und
dass er uns hier vormacht angeblich Schlagzeug spielen zu
können...“( alle drei lachen)
P: Das war ganz krasse
Zeitverschendung. Er war der Meinung er könnte das Zeug spielen.
Er hatte ja auch die Möglichkeit sich vorher einen Song
downzuloaden und sagte dann am Telefon dass alles okay sei, er hat den
Song gelernt und kann sich bei uns hinters Schlagzeug setzen... aber
das war leider auch das einzige was er am Schlagzeug konnte – sitzen!
F: Ja und so kam es im
Endeffekt
dazu, dass wir den Michael mal abgecheckt haben , wie es mit ihm
läuft.
Wie
kam der Kontakt zustande?
P: Im Prinzip ziemlich
verrückt.
Ein Typ wollte mit uns eine Show machen. Den Typen hab ich einfach
gefragt, ob er nicht aus seiner Ecke, er kommt aus Ludwigshafen, Leute
kennt die drummen, weil ich dachte, die Gegend geht noch von der
Entfernung wegen Proben. Dann sagte er „ja“, er kennt da zwei Leute.
Hat uns zwei Kontaktadressen geschickt und der erste von beiden, den
wir angerufen und mit dem wir geredet haben war Michael. Wir haben
gelabert, geprobt und es hat gepasst.
F: Am Anfang war es noch
unklar,
wie es in der Zukunft werden wird. Er war eben mal erst unsere
Aushilfe und es hat sich so gut entwickelt, dass es dann auch
persönlich sehr gut harmoniert und eben musikalisch auch. Genau
wie jetzt eben du, haben ihm schon tausend andere Leute Probs gegeben
wegen seinen Skills! Michael ist einfach real und fügt sich
perfekt in unsere Band ein. Und jetzt ist es soweit, dass es offiziell
ist: er ist unser neuer fester Drummer.
P: Es geht jetzt inzwischen
über
Fame & Cash hinaus.
Super
(lacht).So, dann möchte
ich mich herzlich bei Euch bedanken für das Interview. Ich habe
Euch mit den ganzen Fragen zum Thema Straight Edge verschont (alle
lachen)...können wir da noch einsteigen auf das Thema?
P: Klar...
Ich
hab ja mitbekommen, dass ihr
alle Straight Edge in der Band seid.
P: Zufällig.
Zufällig?
Ja, darauf wollte
ich hinaus...
P: Das ist zufällig. Also wir
sind keine plakative „Straight Edge Band“ und unser Orginal Line- Up
war ja auch mit Fabi, der nicht Straight Edge ist. Es hat sich so
ergeben, dass wir alle Edge sind. Das ist natürlich eine
individuelle Sache. Für jeden hat es eine persönliche
Bedeutung, jeder legt es auch anders aus für sich selbst. Ich kann
hier von mir sprechen, dass ich definitiv sehr down mit Straight Edge
bin, dass es mich geprägt hat, mir verdammt viel gibt und dass es
einfach mein Way of Life ist und das ist jetzt schon eine gute Weile,
seit ich das für mich beschlossen habe und das ist definitiv!
That’s the deal, you know?!
Gibt
es noch abschließende
Worte, die ihr sagen wollt? „Probs“ raus oder „Diss“ an „Haters“?
P: Die ganzen Fools, die keine
Eier
haben können sich ins Knie ficken und sollten für ihre
eigenen Sachen und Werte, wenn überhaupt vorhanden, einstehen! Checkt auf jeden Fall die Bands,
die wir im Interview erwähnt haben und auf jeden Fall unsere
Homepage www.teamkiller.com,
werdet Vegetarier und versucht uns live zu
sehen! Holt euch unsere neue MCD „Some scars, some hope“!
Felix?
F: Kommt auf unsere Shows,
supportet
uns mit Headwalks und Stagedives!
Dankeschön.
P: Vielen Dank auch für dein
Interesse und das Interview!
Das Interview wurde von Cornelia
Schmitt geführt.